ARTISSIMA
parrotta

STUTTGART

 

Benjamin Badock
Modul - module
Eröffnung: Freitag, 4. Dezember 2009, ab 19.00 Uhr

Dauer der Ausstellung: bis 30. Januar 2009

Benjamin Badock

Benjamin BadockER

Benjamin BadockER

Benjamin Badock »Modul - Module«

Die Motive von Benjamin Badocks großformatigen Holzschnitten sind dem Reservoir einer lakonischen Gegenstandswelt ohne Antlitz entnommen: Plattenbauten, Ecken, Balkone, ein Kaktus, ein Ball. Es sind auch Menschen darunter, jedoch Menschen ohne jegliche physiognomische Ausstattung. Was bei diesen zunächst wie ein Ausschluss von individuellen Merkmalen und reine Typenbildung erscheint, zeigt sich jedoch in Badocks unablässigem Spiel mit seriellen Elementen, Modulen, Bausteinen und Elementarformen vielmehr als eine Aufhebung von Typisierung. Aufgehoben wird diese paradoxerweise gerade durch die konsequente Hinführung auf das Prinzip der Serialität: Nahezu vierzig Module gleichen Formats finden sich in Benjamin Badocks »Plattenbaukasten«. Unterschiedliche Farbaufträge erlauben eine unendlich ausweitbare Form-, Farb- und Größenvielfalt der einzelnen Plattenbautypen. Ihre Präsentation in wandfüllenden Reihungen offenbart Erstaunliches: Jeder einzelne Plattenbau vermag aus dem gesamten Ensemble hervorzutreten und so ein Gesicht und einen ihm eigenen Ausdruck zu erhalten. Mit einer leisen Ironie führt Badock damit zwei Strömungen der Moderne erneut in die Arena der Auseinandersetzungen um die Bedeutung von Form und Farbe. Die Lanze einer expressiven Moderne, die sich gern des Holzschnittes bediente um ihre Linienführung mit Ausdruckskraft anzureichern, bricht sich unermüdlich an den (Platten)Bauhauswänden einer konstruktiven Moderne mit ihrer auf geometrische Grundformen reduzierten Sprache. Beide jedoch – so die in Badocks Arbeiten ablesbare Crux – speisen sich aus einem Paradigma der Stilisierung. Es ist Benjamin Badocks spezifische Hochdrucktechnik, die aus diesem Paradigma kein Dogma werden lässt. Seine ungemein leuchtenden Farben werden dem Druckstock mittels Handabrieb abgenommen. Die dadurch entstehenden Spuren der Unikate lassen die Farboberflächen atmen und zu Malerei werden, sie geben seinen Plattenbauten, Kaminen und menschlichen Figuren ein individuelles Antlitz wieder. Parallel zu der hier angekündigten Ausstellung in Stuttgart werden weitere Arbeiten von Benjamin Badock mit Thilo Droste unter dem Titel »Gemischtes Doppel« in der Kunsthalle Göppingen gezeigt.

Benjamin Badock

Benjamin Badock

Benjamin BadockULES DE BRUYCKER

Keti Kapanadze
Junk DNA

Eröffnung: Freitag, 4. Dezember 2009, ab 19.00 Uhr

Dauer der Ausstellung: bis 30. Januar 2009

Keti Kapanadze

Keti Kapanadze

Keti Kapanadze

Keti Kapanadze »Junk DNA «

Die aktuellen Arbeiten der aus Georgien stammenden und in Stuttgart lebenden Künstlerin Keti Kapanadze begründen eine neue Phase ihres malerischen Schaffens. Die Bildfläche ist durch vielgestaltige, teilweise bunt aufleuchtende, sich wiederholende Elemente dynamisiert. Die transluzierenden Schichten ihres Malgrundes geben der darauf liegenden Farbe eine eigene Tiefenräumlichkeit, die den Eindruck bunten Lichtes, von Flüchtigkeit und Informationsüberflutung noch verstärkt. Die Schatten der Farben mischen sich so ein und erwecken den Anschein eines Piccadilly Circus bei nächtlichem Regen – eine Art der Hyperrealität. Es sind Bildelemente, die scheinbar ohne Hierarchie phantastisch komplizierte Strukturen ausbilden. Die hierin auftauchenden Zeichen, im ersten Moment eindeutig – fliegende Buddhas, schießende Menschen, kriechende Eidechsen – lassen sich in kein lineares Narrationsschemata bringen, noch sind sie eigentlich lesbar. Sie schwirren im Raum, ihres Referenten verlustig, kleben sie an der Oberfläche einer genuin künstlichen malerischen Welt. Keti Kapanadze war zuletzt in den Gruppenausstellungen »Suspended« im Neuen Kunstforum Köln, »I’m not a suicidor« im Museum am Ostwall Dortmund, »Born in Georgia« im Cobra Museum Amsterdam und »Bildschön« in der Städtischen Galerie Karlsruhe vertreten. Das Institut français in Stuttgart widmete ihr unter dem Titel »Bügeleisenschein« in diesem Jahr eine Einzelausstellung.

Keti Kapanadze

Keti Kapanadze

Keti Kapanadze

ANDREAS UEBELE

ANDREAS UEBELE

Parrotta Contemporary Art Stuttgart, Augustenstr. 87-89

Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag, 14.00 – 19.00 Uhr

Hours: Tuesday – Saturday, 2 p.m. – 7 p.m.

Carsten Tabel

Carsten Tabel

Carsten Tabel

Carsten Tabel

PRESS ARCHIVES

Carsten Tabel

Carsten Tabel

Carsten Tabel

Carsten Tabel

Carsten Tabel

Carsten Tabel


BERLIN
Edgar Leciejewski

Edgar Leciejewski

Edgar Leciejewski

Shady El-Noshokaty

Drawings

Eröffnung: Donnerstag, 29. Oktober 2009, ab 19.00 Uhr

Dauer der Ausstellung: bis 23. Januar 2009

Andreas Uebele Parrotta Contemporary Art

Heike Gallmeier »Landschaft mit Sturm«

Heike Gallmeier »Landschaft mit Sturm«

Shady El-Noshokaty »Drawings«

Die Zeichnungen des in Kairo lebenden Künstlers Shady El-Noshokaty (*1971) bilden in ihrer fantastischen, aber auch beklemmenden Motivik neben seiner gesellschaftstheoretischen Video- und Installationskunst ein sehr privates »Archiv der Emotionen« – Tagebucheinträgen vergleichbar. Sie verbinden Elemente altägyptischer Mythologie mit anatomisch-pathologischen Illustrationen. Die kleinformatigen Blätter zeigen mit feinsten Ölstiften gezeichnete entkörperlichte Organe und fragmentierte Körper, die geschmückt und in einen silbernen Schimmer getaucht auferstehen zu einem glänzenden Nachleben. Die Zeichnungen berühren Fragen nach Tod, Wiederauferstehung und Unsterblichkeit und somit zentrale Themen der ägyptischen Kulturtradition. So erzählt etwa der altägyptische Osirismythos die Geschichte des Gottes Osiris, dessen Körper von Seth zerstückelt und über das Land verstreut wurde. Die Göttin Isis sammelt die zerstreuten Glieder wieder ein, fügt sie zur Gestalt des Körpers zusammen und führt diesen damit ins Leben zurück. Der Mythos des Osiris entfaltet damit ein Konzept des Erinnerns als einen Prozess der Fragmentierung und der Re-Kollektion des Körpers und ist geknüpft an ein Körperritual – das der Einbalsamierung – wodurch die Person als Ganzes unter den Bedingungen des Gestorbenseins wiederhergestellt und in eine symbolische Gestalt überführt wird. Dieser Körper stellt keine Einheit mehr dar, sondern ist ein »konstellativer Körper«, der aus der Vielheit disparater Glieder neu zusammengeführt wird. Shady El-Noshokatys Zeichnungen halten die Momente der Transformation und Veredelung der disparaten und entstellten Glieder fest. Die Ausstellung der Zeichnungen findet parallel zu der von Almut Sh. Bruckstein Çoruh und Hendrik Budde kuratierten Ausstellung »Taswir – Islamische Bildwelten und Moderne« (5. November 2009 bis 18. Januar 2010) im Martin-Gropius-Bau in Berlin statt, in der Shady El-Noshokaty ebenfalls vertreten sein wird.

Heike Gallmeier »Landscape with storm«

Heike Gallmeier »Landscape with storm«

Heike Gallmeier »Landscape with storm«

Parrotta Project Space Berlin, Brunnenstr. 178-179

Öffnungszeiten: Donnerstag – Samstag, 14.00 – 18.00 Uhr

Hours: Thursday – Saturday, 2 p.m. – 6 p.m.

 

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