parrotta


GALERIE KÖLN & CABINET COLOGNE, BRÜSSELER STR. 21, T +49.221.92355901, MI - FR 13 - 18 UHR, U.N.V.

GALERIE BURG LEDE BONN, AN DER BURG LEDE 1, T +49.228.71012501, FR - SA 14 - 17 UHR, U.N.V.

 

 

KÖLN

CLARE STRAND

COLOUR OF CLASS

GALERIE KÖLN 19. NOVEMBER 2021 – 28. JANUAR 2022

 

VIRTUAL TOUR 3D BY ARTLAND

 

Clare Strand, aus der Serie: Colour of Class, 2021

 

Clare Strand ist eine britische Künstlerin, die mit Fotografie arbeitet. Sie ist für ihre vielfältigen Arbeiten bekannt, in denen sie sich dem fotografischen Medium auf faszinierende und unerwartete Weise nähert. Zu ihren jüngsten Arbeiten gehören gefundene Bilder, kinetische Maschinen, Webprogramme und Jahrmarktsattraktionen. Strands großformatige Gemälde, Discrete Channel with Noise, die ein kodiertes monochromes System beinhalten, wurden für den renommierten Kunstpreis der Deutsche Börse Stiftung 2020 nominiert.
Für die Ausgabe der Financial Times (Großbritannien) wurde Strand im September 2021 beauftragt, ein Werk als Reaktion auf die City of London zu schaffen. Strand, die für die Wiederverwendung von Bildern aus dem Alltag bekannt ist, griff dieses Mal auf ihr eigenes Fotoarchiv zurück, das sie 2002 in den Straßen Londons angelegt hatte. Für Colour of Class betrachtet Strand diese Bilder durch das farbige Objektiv der Charles Booth Armutskarten (1886-1903).
Parrotta zeigt in dieser konzentrierten Ausstellung 7 kleine Schwarz-Weiß-Bilder, die mit verschiedenfarbigem Glas verglast sind. Jedes Werk bezieht sich auf das Booth'sche 7-Farben-Code-System, das die Stufen von Reichtum und Armut in der Londoner City darstellt.

 

Clare Strand is a British artist who works with photography. She is known for a diverse practice, approaching the photographic medium in intriguing and unexpected ways. Recent works have involved found imagery, kinetic machinery, web programmes and fairground attractions. Strands large scale paintings, Discrete Channel with Noise, incorporating a coded monochrome system were nominated for the prestigious Deutsche Börse foundation art prize in 2020.

For the September 2021 edition Strand was commissioned by the Financial Times ( UK) to make a work in response to the City of London. Known for repurposing vernacular imagery, Strand this time turned to her own photographic archives of a project made on the streets of London in 2001. For Colour of Class, Strand reviews these images through the coloured lens of the Charles Booth poverty Maps (1886-1903).

Parrotta brings to you this concentrated show of 7 small black and white images, glazed with different coloured glass. Each work references the Boothian 7 colour code system, representing levels of wealth and poverty within the City of London.

 

 

 

BONN

GABRIELE UND HELMUT NOTHHEFER

DAS BLICKKARUSSELL

GALERIE BURG LEDE BONN, 5. DEZEMBER 2021 – 5. FEBRUAR 2022

ÖFFNUNGSZEITEN FR - SA 14 - 17 UHR, U.N.V.

finissage UND kÜnstlergesprÄch mit prof. dr. stephan berg

sonntag, 6. Februar 2022, 15 Uhr

 

VIRTUAL TOUR 3D BY ARTLAND

 

Gabriele und Helmut Nothhelfer, „Wedding für Kinder“ Kinderfest im Schillerpark, Berlin 1984,

Gelatinesilberprint auf Barytpapier, goldgetont, Bildmaß 29,5 x 20,9 cm, Blattmaß 36 x 28 cm,

Auflage 10/12, Vintage

 

Nach einer Weile dachten wir beim Fotografieren nicht mehr an unser Konzept. Theoretische Vorentscheidungen sind wie Hilfslinien, sie haben ihren Zweck erfüllt, sobald uns die Intuition zu führen beginnt. In Blicken und Gesten fanden wir jene Art Schönheit, die man Ausstrahlung nennt, und der Zufall verbürgt die Authentizität in diesen Fotografien.“ Gabriele und Helmut Nothhelfer, Das Blickkarussell, 2021

Gabriele und Helmut Nothhelfer haben seit 1973 – dem Jahr ihrer Hochzeit – ein gemeinsames fotografisches Werk von unaufdringlichem Formwillen und stiller Perfektion geschaffen. Als Flaneure des deutschen Freizeitlebens schufen sie ein vielschichtiges Gesellschaftsporträt, das ästhetische Widersprüche verschwinden lässt: die Schärfe sozialer Fotografie, spielerische Leichtigkeit und menschliche Diskretion. 
Der lange reflektorische Prozess, der jede ihrer Bildfindungen begleitet, wird im Band „Blickkarussell“ zum Thema: Gleichermaßen fotografische Autobiografie wie Schule des Sehens, streifen ebenso ihr eigenes Werk wie ältere Familienalben. So ist ein überraschend einfaches Lehrbuch über die Fotografie entstanden, so undogmatisch und doch unkorrumpierbar wie ihr ganzes Werk. Text: Daniel Kothenschulte

Seit kurzem benutzten wir nur noch 50mm-Objektive für unsere Kleinbildkameras. Die attraktive Bildwirkung anderer Brennweiten störte uns jetzt. Es kam uns mehr auf eine stilistische Einheitlichkeit an, welche die Mannigfaltigkeit der Situationen zusammenhält. Zudem zwingt einen das Normalobjektiv, nahe an die Gesichter heranzugehen, und aufgrund der geringen Tiefenschärfe muss man genau fokussieren. Wer auf diese Weise fremde Menschen fotografiert, wird eine große Verunsicherung kennenlernen. Man betritt einen Zwischenraum, der gleichzeitig trennt und verbindet, und gerät in Höchstspannung. Der glücklich herausgegriffene Moment legt die Situation im Foto fest. Was der Betrachter für das Wesen der abgebildeten Realität halten mag, ist vielmehr die momentane Erregung seines eigenen Gemüts. Wir können also sagen: Eine gute Fotografie entspringt der intelligenten Betrachtung. Sie schafft die Verbindung zwischen dem gerade sichtbaren Moment und dem Strom der Geschichte. Nothhelfer, Das Blickkarussell, S. 41

Für ein Kind ist die Fotografie noch nicht zu komplex, ihm ist einfach klar, was es festhalten will. Mit dem Erwachsenwerden geht uns diese Sicherheit verloren. Wir denken zu viel und müssen erst wieder lernen, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden. Nothhelfer, Das Blickkarussell, S. 46

Wenn jedes Talent, jeder Wunsch, jede Liebe Erfüllung fände, dann gäbe es die Schattierungen zwischen den unterschiedlichen Stufen der Trauer und des Glücks nicht. Gerade diese Schattierungen werden in Fotografien anschaulich. Die Aufgabe der Fotografie ist es, das Ephemere festzuhalten und in ferne Zeiten zu bringen. Deshalb wurde die Box gerettet. Nothhelfer, Das Blickkarussell, S.62